Hallo zusammen,
ich möchte heute meine Erfahrungen mit euch teilen zum Thema Preisformeln für PPAs (Power Purchase Agreements) in der gewerblichen Solar- und Photovoltaikbranche. In den letzten Jahren habe ich als Geschäftsführer eines mittelständischen Solarunternehmens viele solcher Verträge abgeschlossen und dabei sowohl fixe als auch variable Preisformeln ausprobiert. Aus meiner Sicht gibt es kein pauschal „besser“ oder „schlechter“, sondern es kommt immer auf die individuelle Situation an.
Bei fixen Preisformeln ist der Preis für den produzierten Strom über die gesamte Vertragslaufzeit festgelegt. Das gibt Planungssicherheit für beide Seiten und minimiert das Risiko von Preisänderungen am Markt. Allerdings kann es auch bedeuten, dass man als Anbieter nicht von steigenden Strompreisen profitiert und langfristig unter Wert verkauft. Zudem kann es schwierig sein, den passenden Preis für eine langfristige Festlegung zu finden.
Auf der anderen Seite gibt es variable Preisformeln, bei denen der Preis je nach Marktlage angepasst wird. Das kann für den Anbieter höhere Erlöse bedeuten, wenn der Strompreis steigt, birgt aber auch das Risiko von sinkenden Preisen. Für den Käufer bietet eine variable Preisformel die Chance, von niedrigeren Strompreisen zu profitieren, aber auch das Risiko von höheren Kosten bei steigenden Preisen. Zudem kann es bei einer langen Vertragslaufzeit schwierig sein, den Strompreis langfristig zu prognostizieren und somit eine passende Preisformel festzulegen.
Aus meinen Erfahrungen würde ich empfehlen, bei der Wahl der Preisformel immer die individuelle Situation und die Marktgegebenheiten zu berücksichtigen. Bei einem volatilen Markt mit starken Preisschwankungen können variable Preisformeln sinnvoll sein, um von möglichen Preissteigerungen zu profitieren. Bei einem stabilen Markt mit eher moderaten Preisentwicklungen können jedoch fixe Preisformeln die bessere Wahl sein, um langfristig Planungssicherheit zu gewährleisten.
Egal für welche Preisformel man sich entscheidet, wichtig ist es auch, im Vertrag eine gewisse Flexibilität einzubauen, um gegebenenfalls auf Marktveränderungen reagieren zu können. Auch eine regelmäßige Überprüfung der Preisformel und gegebenenfalls Anpassungen können sinnvoll sein, um langfristig die bestmöglichen Erlöse zu erzielen.
Ich hoffe, meine Erfahrungen konnten euch bei der Entscheidung für eine Preisformel im PPA weiterhelfen. Welche Formel habt ihr bisher bevorzugt und welche Erfahrungen habt ihr damit gemacht? Lasst es uns gerne in den Kommentaren diskutieren.
Viele Grüße und viel Erfolg bei euren zukünftigen PPAs!
