EEG-Konto 2025 mit Überschuss

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EEG-Konto 2025 mit Überschuss: Einnahmen, Ausgaben, Bedeutung

Die gute Botschaft lautet: EEG-Konto 2025 mit Überschuss abgeschlossen. Immerhin ist hier die Rede von mehr als 1,5 Milliarden Euro. Damit weist der zentrale Finanzierungstopf für die Förderung erneuerbarer Energien erstmals seit längerer Zeit wieder eine nennenswerte Reserve aus. Der positive Saldo ist das Ergebnis mehrerer Faktoren, die zusammengewirkt haben: stabile Einnahmen aus der Vermarktung erneuerbaren Stroms, ein hoher Bundeszuschuss sowie Ausgaben, die im Jahresverlauf besser planbar blieben als in den von Krisen geprägten Vorjahren.


Finanzielle Stabilität ohne Spielraum: Die Aussagekraft des EEG-Kontos

Für die Energiepolitik ist das Ergebnis von besonderer Bedeutung. Das EEG-Konto gilt als Gradmesser dafür, wie gut der Fördermechanismus unter realen Marktbedingungen funktioniert. Ein Überschuss signalisiert finanzielle Stabilität, ohne jedoch automatisch Spielraum für zusätzliche Ausgaben zu eröffnen. Vielmehr zeigt er, dass Einnahmen und Ausgaben im Jahr 2025 in einem ausgewogenen Verhältnis standen.


Einnahmen – Strommarkt und Bundesmittel als tragende Säulen

Auf der Einnahmeseite schloss das EEG-Konto 2025 mit Überschuss ab, weil es sich auf zwei zentrale Quellen stützen konnte. Zum einen auf die Erlöse aus der Vermarktung des nach EEG geförderten Stroms an den Strombörsen. Diese Erlöse schwanken stark mit der Preisentwicklung am Markt, trugen aber im Jahresdurchschnitt spürbar zur Finanzierung bei. Trotz einzelner Phasen mit sehr niedrigen oder sogar negativen Preisen gelang es, einen relevanten Anteil der Förderkosten über Markterlöse zu decken.

Zum anderen spielte der Bundeszuschuss eine entscheidende Rolle. Seit dem Wegfall der EEG-Umlage im Strompreis fließen Fördermittel direkt aus dem Bundeshaushalt auf das EEG-Konto. Für das Jahr 2025 belief sich dieser Zuschuss auf einen zweistelligen Milliardenbetrag und sorgte für eine verlässliche Liquiditätsbasis. Damit verteilen sich die Kosten der Förderung breiter auf Steuerzahler und nicht mehr ausschließlich auf den Stromverbrauch.


Ausgaben – Marktprämien, Vergütungen und Systemkosten

Die Ausgabenseite des EEG-Kontos wird vor allem durch Marktprämien geprägt. Sie gleichen die Differenz zwischen dem an der Börse erzielten Marktpreis und dem für die jeweilige Anlage festgelegten anzulegenden Wert aus. Zusätzlich fließen feste Einspeisevergütungen an ältere Anlagen, die noch nicht vollständig in das Marktprämienmodell integriert sind.

Die Höhe dieser Zahlungen hängt maßgeblich vom Strompreisniveau ab. Steigen die Preise, sinkt der Förderbedarf. Fallen sie, steigt die Belastung des Kontos. Die ausgeglichene Marktsituation im Jahr 2025 trug dazu bei, dass die Ausgaben im Rahmen blieben und nicht stärker anstiegen als erwartet.


Warum der Überschuss kein Selbstläufer ist

Der positive Saldo darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass das EEG-Konto weiterhin empfindlich auf Marktveränderungen reagiert. Ein Jahr mit hohen Preisen kann rasch von einer Phase mit starkem Preisverfall abgelöst werden. Besonders hohe Einspeisung aus Solar- und Windkraft kann die Börsenpreise drücken und damit sowohl die Vermarktungserlöse senken als auch die Marktprämien erhöhen.

Zudem wächst die installierte Leistung erneuerbarer Energien kontinuierlich. Damit steigen langfristig auch die geförderten Strommengen. Ob dies zu höheren oder niedrigeren Ausgaben führt, hängt davon ab, wie gut Marktintegration, Netzausbau und Flexibilitätsoptionen mit dem Ausbau Schritt halten.


Signalwirkung für Marktteilnehmer

Ein Überschuss im EEG-Konto wirkt vor allem als Vertrauenssignal. Betreiber erhalten ihre Förderzahlungen zuverlässig, Projektierer können Finanzierungen auf eine stabile Grundlage stellen und Investoren gewinnen zusätzliche Sicherheit. Banken bewerten solche Signale positiv, weil sie das Risiko unvorhersehbarer Eingriffe oder kurzfristiger Finanzierungsengpässe senken.

Gleichzeitig zeigt der Kontostand, dass der Fördermechanismus nicht isoliert betrachtet werden darf. Er bildet nur einen Teil der Kosten der Energiewende ab. Netzausbau, Speicher, Systemdienstleistungen und flexible Verbraucher schlagen an anderer Stelle zu Buche.


Und die Aussichten? Reserve als Puffer, Systemumbau als Aufgabe

Der Abschluss 2025 markiert eine Phase relativer finanzieller Ruhe für das EEG-Konto. Die Reserve kann kurzfristige Schwankungen abfedern und politische Debatten versachlichen. Für die kommenden Jahre bleibt jedoch entscheidend, ob der Umbau des Stromsystems mit dem Ausbau der Erneuerbaren Schritt hält.

Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur, bringt es auf den Punkt:
„Ein positiver Saldo im EEG-Konto schafft finanzielle Stabilität, ersetzt aber nicht die Aufgabe, Netze, Speicher und Steuerung konsequent weiterzuentwickeln.“

Langfristig entscheidet nicht allein der Kontostand, sondern die Fähigkeit, erneuerbaren Strom effizient in das Gesamtsystem zu integrieren. Das Plus von 2025 zeigt, dass die Finanzierung der Förderung derzeit funktioniert. Ob die Energiewende dauerhaft bezahlbar bleibt, hängt davon ab, wie konsequent die nächste Phase des Systemumbaus gelingt.

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