Globaler Boom bei Batteriespeichern – Wie Energiespeicher die Stromnetze verändern
Ein globaler Boom bei Batteriespeichern führte im Jahr 2025 zu einem historischen Wachstumsschub. Noch vor wenigen Jahren galten Batteriespeicher vor allem als ergänzende Technologie für Photovoltaik-Anlagen oder als Nischenlösung für Netzdienstleistungen.
Heute entwickeln sie sich rasant zu einer tragenden Säule moderner Energieversorgungssysteme. Mit einer neu installierten Kapazität von rund 315 Gigawattstunden (GWh) erreicht der Markt ein neues Rekordniveau. Das entspricht einem Wachstum von etwa 51 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Dieser starke Zuwachs zeigt, wie zentral Energiespeicher inzwischen für den Umbau der globalen Stromsysteme geworden sind. Der steigende Anteil erneuerbarer Energien erfordert flexible Lösungen, um Angebot und Nachfrage in Einklang zu bringen. Genau hier setzen Batteriespeicher an.
Großbatteriespeicher als Wachstumsmotor
Ein wesentlicher Treiber des Marktwachstums im Jahr 2025 ist der massive Ausbau netzgebundener Großbatteriespeicher. Von den weltweit neu installierten 315 GWh entfallen rund 240 GWh auf große, stationäre Speicheranlagen. Diese Systeme sind in der Lage, erhebliche Energiemengen zwischenzuspeichern und gezielt wieder ins Netz einzuspeisen.
Auffällig ist dabei die zunehmende Größe einzelner Projekte. Während im Jahr 2024 lediglich 17 Speicheranlagen die Schwelle von einer Gigawattstunde überschritten, waren es 2025 bereits 46 Projekte. Diese Entwicklung verdeutlicht, dass Batteriespeicher immer häufiger als eigenständige Infrastrukturprojekte geplant werden und nicht mehr nur als Ergänzung zu Solar- oder Windparks.
Neue Rolle von Batteriespeichern im Energiesystem
Mit dem Wachstum der Großspeicher verändert sich auch ihre Rolle im Energiesystem. Batteriespeicher übernehmen zunehmend systemrelevante Aufgaben. Sie gleichen kurzfristige Schwankungen im Stromnetz aus, reduzieren Lastspitzen und erhöhen die Versorgungssicherheit. Gleichzeitig ermöglichen sie eine effizientere Nutzung erneuerbarer Energien, indem überschüssiger Strom gespeichert und zeitversetzt genutzt werden kann.
In vielen Ländern werden Batteriespeicher daher zunehmend in nationale Energie- und Netzausbaupläne integriert. Sie gelten als Schlüsseltechnologie, um den weiteren Ausbau von Wind- und Solarenergie ohne Gefährdung der Netzstabilität voranzutreiben.
Globaler Boom bei Batteriespeichern: China und USA dominieren
Ein Blick auf die geografische Verteilung der neuen Speicherkapazitäten zeigt klare Schwerpunkte. China behauptet seine Rolle als weltweit führender Markt für stationäre Batteriespeicher. Allein im Dezember 2025 wurden dort mehr neue Speicherkapazitäten installiert als in den USA im gesamten Jahr.
Die Vereinigten Staaten bleiben dennoch der zweitgrößte Markt und investieren weiterhin massiv in Energiespeicherprojekte. Vor allem Anwendungen zur Netzstabilisierung, zur Absicherung von erneuerbaren Energien und zur Versorgung kritischer Infrastrukturen stehen im Fokus.
Bemerkenswert ist zudem der Aufstieg weiterer Märkte. Länder wie Saudi-Arabien, Australien und Chile zählen inzwischen zu den wachstumsstärksten Regionen weltweit. Sie profitieren von hohen Anteilen erneuerbarer Energien und ambitionierten Energiezielen.
Preisentwicklung: Sinkende Systemkosten trotz Rohstoffrisiken
Trotz steigender Nachfrage konnten die Preise für Batteriespeichersysteme im Jahr 2025 vielerorts weiter sinken. Insbesondere in China wurden Projekte teilweise zu Preisen von rund 63 US-Dollar pro Kilowattstunde realisiert. Diese niedrigen Kosten setzen den globalen Markt unter Wettbewerbsdruck und beschleunigen die Marktdurchdringung von Speichersystemen.
Gleichzeitig mehren sich jedoch Anzeichen für steigende Rohstoffpreise. Lithium verteuerte sich aufgrund knapper Lagerbestände, rückläufiger Fördermengen und wachsender Nachfrage spürbar. Zwar macht Lithium derzeit nur etwa sieben Prozent der Gesamtkosten eines AC-Blocks aus, doch Preisanstiege bei Batteriezellen von rund zehn Prozent könnten mittelfristig Auswirkungen auf Projektkalkulationen haben.
Bedeutung für Energiewende und Netzstabilität
Der Ausbau der Batteriespeicher und damit ein globaler Boom bei Batteriespeichern ist eng mit dem Fortschritt der Energiewende verknüpft. Ohne leistungsfähige Speicher lassen sich hohe Anteile fluktuierender erneuerbarer Energien kaum effizient in bestehende Stromnetze integrieren. Batteriespeicher schaffen hier die notwendige Flexibilität.
Neben der klassischen Energiespeicherung übernehmen sie weitere Aufgaben wie Frequenzregelung, Spannungshaltung und Notstromversorgung. In vielen Regionen ersetzen sie zunehmend konventionelle Reservekraftwerke oder reduzieren deren Einsatzzeiten deutlich.
In einer aktuellen Branchenanalyse zum globalen Energiespeichermarkt hebt BloombergNEF die zunehmende Bedeutung großskaliger Batteriespeicher für den Ausbau erneuerbarer Energien hervor. Vor allem netzgebundene Großprojekte gewinnen demnach weltweit an Dynamik und treiben das Marktwachstum maßgeblich voran. Vor diesem Hintergrund erklärt Nelson Nsitem, Senior Associate bei BloombergNEF:
„Der globale Energiespeichermarkt steht vor einem weiteren Höhenflug im Jahr 2025, da Entwickler immer größere netzgebundene Speicherprojekte vorantreiben und damit den Ausbau der erneuerbaren Energien unterstützen.“
Die Perspektiven – Anhaltendes Wachstum auch über 2026 hinaus
Marktbeobachter gehen davon aus, dass der Batteriespeicher-Boom auch in den kommenden Jahren anhält. Für 2026 werden weltweit neu installierte Kapazitäten von über 450 GWh prognostiziert. Lieferengpässe gelten derzeit als unwahrscheinlich, da die Produktionskapazitäten für Batteriezellen weiter ausgebaut werden.
Auch in Europa wächst der Markt dynamisch. Studien erwarten allein für das Jahr 2025 einen Zubau von nahezu 30 GWh, was einem Wachstum von rund 36 Prozent entspricht. Förderprogramme, regulatorische Anpassungen und neue Geschäftsmodelle unterstützen diese Entwicklung zusätzlich.
Das Resümee lautet: Batteriespeicher werden zur tragenden Säule der Energieversorgung
Die Entwicklungen im Jahr 2025 zeigen unmissverständlich: Batteriespeicher spielen längst nicht mehr nur eine Nebenrolle. Sie rücken ins Zentrum moderner Energiesysteme und werden zur tragenden Säule der Stromversorgung. Das explosive Wachstum der neu installierten Kapazitäten macht deutlich, wie dringend Energieversorger, Netzbetreiber und Investoren flexible Speicherlösungen benötigen.
Vor allem großskalige Speicherprojekte treiben diese Dynamik voran. Sinkende Systemkosten und verlässliche energiepolitische Rahmenbedingungen in Schlüsselmärkten wie China und den USA beschleunigen den Ausbau zusätzlich. Gleichzeitig wächst der Druck auf die Branche: Fragen zur Rohstoffverfügbarkeit, zu Produktionskapazitäten und zu regulatorischen Vorgaben entscheiden zunehmend darüber, wie schnell und in welchem Umfang neue Speicherprojekte realisiert werden können.
